Das Weingut Markus Schneider

Markus Schneider – ein Weingut stellt sich vor

Das Weingut Markus Schneider aus der Pfalz – das hat Tradition. Markus Schneider aus Ellerstadt produziert Weine aus der Pfalz – aber vollkommen gegen den Strich. Wie kam es dazu und was zeichnet KAITUI, URSPRUNG, BLACK PRINT, HULLABALOO & Co. aus?

Das Weingut Markus Schneider

Ein Bub vom Land geht … ins Nachbardorf

Alles begann auf Anraten seines Vaters, Klaus Schneider, der in grauen Vorzeiten – Anfang der 1990er-Jahre – seinem Sohn das Winzerhandwerk anempfahl. ‚Ok, gut‘, dachte sich Markus Schneider und begann eine Lehre … im Nachbardorf, aus Bequemlichkeit. Doch, was ihm dort – bei dem renommierten Weingut Dr. Bürklin-Wolf in Wachenheim – begegnete, war ein elektrisierender Funke, der auf den Jungwinzer übersprang.

Doch was für einen Wein sollte man herausbringen und mit welcher Strategie? ‚Erst einmal machen‘ – so das Motto, das bis heute ausschlaggebend für die Richtung des Weinguts ist, oder – wie Markus Schneider es selbst formuliert: „Meines Erachtens werden viel zu viele Worte über Wein gemacht. Wein muss schlicht Spaß machen.“ So tauchten auf dem regionalen Markt bald Weine mit schillernden Namen wie ROTWEIN auf. Wow! Und tatsächlich sorgten diese Abfüllungen (seit 1994) für einige Furore, obwohl Rebsorten wie Blauer Portugieser zu jener Zeit bereits abgenutzt erschienen. Wenn man aber besonders alte Reben findet, die zudem noch in einer unterschätzten Lage gedeihen, ist das etwas anderes…

Und löst eine Wein-Revolution aus

… Mit dem URSPRUNG gelang Schneider schließlich erste größere Bekanntheit. Diese 1998 erstmals abgefüllte Rotwein-Cuvée aus (ursprünglich) Cabernet Sauvignon, Syrah, Portugieser und Dornfelder war in jeder Hinsicht anders! Die Farbe: fast schon Lila. Der Geruch: wild(-beerig). Der Geschmack: mild und gleichzeitig präzise. Auch im Ausbau setzte man mal auf Holz, mal auf Edelstahl und experimentierte, was das Zeug hielt. Da war plötzlich ein deutscher Rotwein, der mit den französischen Spitzencuvées mithalten konnte und trotzdem unverkennbar eigensinnig daherkam; vor allem auf (filigrane) Frische statt (volle) Frucht setzte. Schon das Etikett: simpel, aber prägnant. Der Schriftzug: inspiriert vom Nutella-Glas.

Von da an, war kein Halten mehr: die Etiketten wurden bunter, der Schriftzug blieb und die Berichterstattung fing an, sich zu überschlagen: Es gab kein Blatt und keinen Experten, der nicht von diesem Newcomer zumindest schon einmal gehört hatte: Von Günter Jauch über die FAZ bis hin zum Gault-Millau.

Das Weingut Markus Schneider

Der Schneider Riesling neu erfunden

Doch abseits von den bombastischen Rotweinkreationen gab es natürlich noch den Pfälzer Riesling. Den kannte man. Doch, wie bereits festgestellt, sind ausgetretene Pfade nix für Markus Schneider, weshalb er den Riesling ganz neu betrachtete: Nicht erweitern, nicht fruchtiger machen – ‚keine Experimente‘ in dieser Hinsicht! Mag sein, dass sich hier unterbewusst das konservative Elternhaus zu Wort meldete – geschadet hat es auf jeden Fall nicht, denn mit seinen trockenen Rieslingen, die sehr geradlinig, sehr puristisch gehalten sind, bringt er mit Abfüllungen wie ALTE REBEN RIESLING neues Leben ins Pfälzer Riesling-Sortiment.

Markus Schneider heute, morgen, übermorgen …

So fing alles in einer ‚Hinterhofgarage‘ an und mündete in einem der bekanntesten deutschen Weingüter. Nach wie vor ist Markus Schneider mit seiner Familie in Ellerstadt ansässig – dort baute man 2006 auf dem bekannten „Kirchenstück“ neben dem traditionellen Gutshaus eine moderne Kellerei – sehr kubisch, sehr monochrom, ein (wie die Weine) recht eigensinniger Anblick in der ländlichen Pfalz umher. Dieses ‚Spannungsfeld‘ steht aber auch für den täglichen Ansporn, neue Innovationen hervorzubringen, ohne dabei das Spezifische des Terroirs zu verkennen. Sondereditionen wie die „Schneider Collection“ (seit 2018) – in welcher der Pfälzer mit internationalen Winzer-Kollegen wie dem Portugiesen Dirk Niepoort oder Danie Steytler aus Südafrika zusammenarbeitet – oder die Mosel-Weine (seit 2017) – die als Ergänzung zum klassischen Riesling-Segment, im ‚Mosel Style‘ gehalten, die unvergleichliche Typizität vom Leiwener Josefsberg mit Schmackes auf die Zunge bringen – sind nur einige Beispiele aktueller und zukünftiger Projekte.

Fakten Markus Schneider:

  • Inhaber: Familie Schneider
  • Rebfläche: > 100 ha Weinberge in und um Ellerstadt & an der Mosel
  • Rebflächenverteilung: 50 % weiß, 50 % rot
  • Rebsorten weiß: Riesling, Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Viognier
  • Rebsorten rot: Spätburgunder, Merlot, St. Laurent, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Portugieser
  • Durchschnittlicher Hektarertrag: 60 hl/ha
  • Durchschnittliche Jahresproduktion: > 800.000 Flaschen

Text: BELViNi.DE