Markus Schneider BUBENECK – Weißburgunder

Schneider_Weissburgunder_Bubeneck

Der Weissburgunder Bubeneck duftet mächtig nach Mango, Papaya und Maracuja. Am Gaumen schmeckt mir der Weissburgunder zärtlich-weich, ein bissle buttrig mit soft-würzigen Aromen.

Okay, und wie schmeckt der BUBENECK jetzt?

Ups – da bin ich wohl doch zu leicht vorgerückter Stunde eingenickt, kann ja wohl auch mal nach einem langen Arbeitstag (dachtest Du ich trinke den Schneider zum Spaß?) und beim Schnarchprogramm uns aller liebster GEZ-gesponserten Lieblingssender passieren. Aber sag mal, war da nicht noch was? Richtig – da steht ja immer noch ein Glas vom Schneider Weißburgunder Bubeneck, ein paar Schluck sind auch noch drin, so richtig gierig ging er erstmal nicht durch meine Verkostungsluke.


Hört, hört: Nach ner Weile im Glas, passiert hier was! Plötzlich zeigt der Wein seine fetten und satten Aromen – dabei aber immer gepaart mit Eleganz und Finesse, also nicht plump oder künstlich-hinparfümiert oder so. Die Würze kommt jetzt noch mehr zum Vorschein und wird von einem Geschmack begleitet, der mich an irgendeine Wanderung in den Alpen erinnert – rieche, lecke, „schloze“ (sofern Dir der urschwäbische Wortschatz nicht geläufig sein sollte, dann lutsche einfach daran) einfach mal an einem der gletscherflachgelutschten Kieselsteine, auf die an einem Hochsommertag die Hitze reingebrannt hat – dann weißt Du etwa, was meine Geschmackspapeln gerade meinem Kleinhirn transmitten – und ein bisschen Tafelkreide vom Lehrer Lempel schmeck ich jetzt plötzlich auch noch – aber sei ganz unbesorgt, der Weißburgunder schmeckt nicht, wie ein mit Tafelkreide zugepinselter Kieselstein, der in eine Mango gequetscht ist – man nennt so was auch „mineralische Noten“.

Fur eine gude Espresso – maaaahhhn brauuuuchschd Zsseeiiiiid!

Wieder stand der Wein einige Minuten alleine im Glas, seine Nase wird immer besser, gierig drücke ich mein noch lange nicht zum Rhinophym entartetes Organ ins Glas. Ich mag ihn! Der Weissburgunder Bubeneck braucht Zeit – und deshalb rate ich Dir, den auch schon aus einem aktuellen Espresso-Werbespots diesem italienischten aller Heißgetränke angedichteten Ratschlags, beim Genuß dieses Weins ebenso zu beherzigen: Nimm Dir Zeit!

Ein weiterer Lausbube aus dem Bubeneck!

Nachdem ich nun doch viel länger daran herumschnuppere, als ich tatsächlich trinke – hab ich gefühlte 200g Schinken nebenher gegessen, hat mir heute unsere Marketing-Leiterin aus Bulgarien mit gebracht, erstmal ein bisschen viel Oregano für mein Geschmack aber irgendwie auch richtig lecker – wieso gibts das bei uns nicht zu kaufen?

Zurück zum Wein der wird immer komplexer und zeigt immer öfter ein neues Gesicht – nein, nicht jedes lächelt. Der blintzelt mich mal an, dann beisst er mich, dann schmeichelt er mir wieder, dann knutscht er mich. Was für ein Schleimer – nun sagt er mir nimm mich in den Arm und mit auf die Couch. Dort angekommen, sehe ich zu, wie Dortmund kein Tor gegen Malaga schießt.

Mir egal ich hab nen genialen Wein im Glas,
das Leben ist schön und alles ist gut!