Markus Schneider VIOGNIER

Markus Schneider VIOGNIER

Ich hatte mit dieser Rebsorte erstmals Ende der 90er zu tun. Für die Hochzeit meines Bruders sollte ich die Weine aussuchen. Zusammen mit meinem jetzigen Partner haben wir uns in einer Weinhandlung in Stuttgart durch gefühlte 200 Weine verkostet… Heraus kam ein chilenischer Rotwein von Lurton und eben eine Weißwein-Cuvée mit 50% Viognier…

Mir gefiel diese aromatische Rebsorte auf Anhieb…ich nahm damals gleich noch 2-3 Condrieu aus Frankreich mit uns habe mich dann noch am selben Abend erstmal ausreichend, intensiv und direkt mit dieser Rebsorte beschäftigt. Berauscht, betört und begeistert fand ich mich wenige Wochen später an der Rhône in der Stadt Condrieu, welche Namensgeberin der Weine ist, wieder. Auf ca. 110 Hektar wird hier von ca. 90 Winzern ausschließlich Weisswein und nur Viognier angebaut. Nur diese Rebsorte ist erlaubt. Genau mein Terrain dachte ich! Da trink ich mich gleich mal durch. Die Rebe Viognier stammt wohl von der Rhône und ist zudem mit der ebenso meist unbekannten italienischen Rebe Freise verwandt, bzw. in 30/32 Punkten identisch. Was ist das Besondere am Viognier, wie ihn Markus Schneider ausbaut? Die Rebe ist als erstes mal relativ aromatisch. Oft duftet sie opulent nach Aprikosen, Pfirsichen, blumig nach Veilchen und Maiglöckchen. Am Gaumen reicht sie von feinherb bis trocken und wartet immer mit Eleganz auf.

Viognier ist in meinen Augen eine Edelrebsorte und ein gut gemachter Viognier reiht sich für mich ein neben Riesling, Silvaner und Co. Zurück an die Rhône: Als ich da 1996 auflief und der Meinung war mich da überall durchtrinken zu müssen, staunten die Frenchmens nicht schlecht über diesen Jungspund. Ein nur ein paar Brocken Französisch hustender Kerl, der nichts mehr wollte als Viognier, Viognier, Viognier… Nach einigen extrem facettenreichen Verkostungen in den darauffolgenden Tagen kehrte ich pünktlich zum Herbst zurück. In meinem Gepäck einige der feinsten Condrieus der letzten Jahre und Jahrzehnte.

Heute blicke ich reumütig zurück mit dem Wissen, dass keine Flasche das Jahr überlebt hat…Ich war süchtig nach dem Zeugs und steckte Freunde und Kollegen für die Zeit meines Condrieu-Schatzes an… Es war eine schöne und unbeschwerte und aromatische Zeit. Ich persönlich finde ja, das Viognier gerne Holz verträgt. Gerne noch ein wenig. Mehr als beim Markus Schneider Viognier, aber das ist für einen deutschen Viognier schon mal eine echte Ansage.

In puncto Aroma & Eleganz die mich an die Rhône erinnert. Nachdem mein Vorrat geleert war, liefen einige andere Tropfen über meine Zunge und drängten sich durch meine Nase bis ich 2002 mit einem Viognier aus Südfrankreich meine Jugendliebe wiederfand und seitdem nimmer loslies. Ich besorgte mir Viogniers aus der ganzen Welt. Von Australien, Südafrika, Bulgarien, den USA, Brasilien, Italien, Spanien, natürlich aus Condrieu und auch von Markus Schneider. Als er mir seinerzeit mitteilte er mache einen Viognier wusste ich, dass liegt bei jemand auf der Hand, der wie ich einen Faible für das Besondere, Spezielle, Raffinierte, Elegante und zugleich Aromatische und Schmackhafte hat! Danke dafür! Aktuell im Glas: 2011 Viognier von Markus Schneider, Pfalz, Ellerstadt, 90-92 Punkte.