Markus Schneider SAIGNER – Rosé 2012

Winzer Markus Schneider Saigner Rosé 2012

Irgendwie muß ich gerade an Miguel Torres Sangre del Toro denken, d.h. Blut des Stiers. Auch der Schneider Rosé Saigner hat ganz entfernt mit dem Blut zu tun. Denn Ausbluten nennen die Franzosen ‚Saigner‘ – und bei diesem Wein bluten die schönsten und besten Trauben sanft und langsam aus.

Irgendwo in der Pfalz im Herbst, es ist 4 Uhr in der Früh. Nebelschwaden hängen in den Tälern, Raureif benetzt das Gras auf den Wiesen und Auen. Es ist kalt, überall liegen Kastanien zwischen den herabgefallenen Blättern, und weiter Blätter fallen herab und drehen sich dabei im Wind. Ich klappe den Kragen meiner Jacke hoch, es riecht nach simplem „Nass“. Dann Plötzlich durchhallt ein helles Quiken wie ein Schuss diesen jungen stillen Morgen. Vögel fliegen erschreckt auf und davon – durch deren Flattern die Blätter rascheln. Stille.

Die Sau hängt da und blutet aus

Ich gehe um die Ecke und blicke in den Hof, dort hängt sie umringt von harten Männern – die Sau. Und diese Sau blutet aus, es dampft das Blut – läuft in eine Wanne. Einer von den Burschen rührt hastig das Sauenblut im Bottich. Die Franzosen nennen diese barbarische anmutende Prozedur „Saigner“ – ausbluten lassen. Der Aderlass wird Saignée genannt und wie sollte es in einem Land, in dem praktisch schon zum Frühstück ein Glas Wein Normalität ist anders sein, wurde nach diesem Traubenaderlass eine Methode zur Zubereitung von Roséweinen benannt. Mehr dazu und auch zur etymologischen Abstammung findest Du bei der Wikipedia. Wichtig ist: Die Trauben werden nicht gepresst, lediglich die Schwerkraft steuert ihren Teil bei! In unserer schönen Sprache spricht man glatt vom Saftabzug. SCHNEIDER ABZUG Rosé – das wärs doch gewesen 🙂

Analogie zum Schneider-Wein

Der Wein: Rote trauben hängen, werden vom Rebstock abgeschnitten. Deren hellrosa „Blut“ läuft aus und sammelt noch im Weinberg am Boden der Erntekisten. Es „bluten“ die fetten, dicken, saftigen und vollreifen Trauben. Entsprechend lecker ist deren Most. Aus eben diesem Traubenblut entsteht der Markus Schneider Rosé Saigner. Lecker, würzig, fein und schweinisch gut, das sage ich Dir. 

Um 11 bin ich wieder bei dem Schwein. Vor dem Hof steht ein Schild – heute frische Schlachterplatte 9,9o DM (das bedeutet Deutsche Mark). Ich esse, Siedfleisch, Sauerkraut, frische Blut- und Leberwurschd, Bratkartoffeln, wie aus dem Bilderbuch. Es gibt Bratensoße und ein Glas jungen, rosa Wein – Markus Schneiders Saigner soll es sein!

Die önologischen Fakten

  • Alkoholgehalt: 13,5 Volt
  • Trinktemperatur: 6-11°C
  • lagerfähig bis: 2019

Verkostungsnotiz des Jahrgangs 2009

Fortsetzung folgt…